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Emmanuel Reynaud · Rhone

Vacqueyras 2012, Château des Tours

CHF 215.00

Vacqueyras 2012, Château des Tours: Das burgundische Geheimnis der südlichen Rhône

Emmanuel Reynaud ist der diskreteste Weinmacher der südlichen Rhône — und vielleicht ihr grösster. Als Neffe des legendären Jacques Reynaud von Château Rayas übernahm er 1997 sowohl das Familienweingut Château des Tours als auch das mythische Rayas. Sein Ansatz ist unverkennbar: alte Grenache-Reben, biologischer Anbau, späte Lese, kein Kompromiss. Der Jahrgang 2012 in der südlichen Rhône war warm und trocken, mit ausgezeichneter Reife bei erhaltener Frische — ideal für den Reynaud-Stil, der Kraft und Eleganz auf eine Art vereint, die man in Vacqueyras sonst nicht findet. Das Ergebnis: ein Wein, den Kenner im Blindtest als Burgunder identifizieren — und ungläubig staunen, wenn die Wahrheit enthüllt wird.

Wie schmeckt er?

Im Glas präsentiert er ein erstaunlich helles Rubinrot mit leichten Granatnuancen — weit weniger Farbe, als man von einem 15%-Grenache aus der südlichen Rhône erwarten würde. Die Nase ist die des Hauses: feuchter Tabak, rote Beeren, Himbeere, Kirsche, Lakritz, Trüffel, Kräuter der Provence und ein unverwechselbarer Hauch Melasse. Am Gaumen samtig, vollmundig und tief, getragen von einer lebhaften Säure und feinen, vollständig integrierten Tanninen. Der Abgang ist lang, komplex und aromatisch persistierend. Mit Luft entfaltet er sich Stunde um Stunde weiter — mindestens eine Stunde Dekantieren empfohlen.

Trinktemperatur: 16–17 °C ·
Trinkfenster: jetzt bis 2028, optimale Phase

Perfekt für

Ein provenzalisches Festessen mit Charakter. Sein erdiges, wildes Profil ruft nach langsam geschmortem Lamm mit Kräutern der Provence, einem Ziegenragout mit Oliven und Thymian, gegrillten Entenbrust-Scheiben oder einem kräftigen, gereiften Ziegenkäse wie Pélardon.

Die Profis sind sich einig…

Der Vacqueyras 2012 von Château des Tours erzielte 93 Punkte auf CellarTracker mit 74 Bewertungen — außergewöhnlich für einen Wein dieser Appellation. La Revue du Vin de France bewertete ihn mit 93 Punkten. Kenner bezeichnen ihn als «eine Offenbarung — so leicht in der Farbe, beinahe wie ein Burgunder. Nase voller Finesse und roter Frucht. Burgunder aus der südlichen Rhône.» Eine Aussage, die alles sagt.

  • Was ist es? Ein Kultwein aus der südlichen Rhône vom Neffen des legendären Jacques Reynaud von Château Rayas — Vacqueyras, der wie Burgunder trinkt.
  • Von wo? Vacqueyras, Südliche Rhône, Frankreich (AOC).
  • Trauben? 80% Grenache, 20% Syrah — aus biologisch bewirtschafteten Rebbergen.
  • Schmeckt nach? Roter Beere, Himbeere, Kirsche, feuchtem Tabak, Trüffel, Lakritz und Kräutern der Provence.
  • Bewertung? 93/100 CellarTracker · 93/100 La Revue du Vin de France.

1 vorrätig

Was
Rotweine
Woher
Rhone, Frankreich
Rebsorten
Grenache, Shiraz
Format
0.75 L

Die Geschichte

Vacqueyras 2012, Château des Tours

Château des Tours: Das stille Genie von Sarrians

In der Welt des Weins gibt es laute Genies und stille Genies. Emmanuel Reynaud gehört zur zweiten Kategorie — und ist vielleicht gerade deshalb einer der Einflussreichsten seiner Generation.

Die Geschichte beginnt mit seinem Onkel. Jacques Reynaud war eine Legende zu Lebzeiten — ein Einsiedler, der im verfallenen Château Rayas in der Châteauneuf-du-Pape-Appellation lebte, keine Presse mochte, keine Besucher wollte und Weine machte, die Parker in Ehrfurcht versetzten. Grenache pur. Wenig Farbe. Explosive Intensität. Ein Stil so unverwechselbar, dass er einen Namen bekam: den Rayas-Stil.

Als Jacques Reynaud 1997 starb, hinterliess er ein Erbe, das kaum vorstellbar schwer zu tragen war. Sein Neffe Emmanuel Reynaud, damals knapp 30, übernahm — ohne Erfahrung im Rampenlicht, aber mit einem Instinkt für Wein, der sich schnell als generationalen Talent erwies.

Château des Tours: Der bescheidene Bruder von Rayas

Château des Tours liegt in Sarrians, nördlich von Châteauneuf-du-Pape, mitten in den Appellationen Vacqueyras und Côtes du Rhône. Das Weingut gehörte dem Vater von Emmanuel Reynaud — es war das bescheidene Familiengut, während Rayas die Legende war. Heute ist Château des Tours kein Geheimnis mehr unter Kennern — aber es hat seinen Charakter bewahrt: minimal, lakonisch, kompromisslos.

Der Vacqueyras ist das Flaggschiff des Gutes. 40 Hektar Weinberge, alte Grenache-Reben — manche Jahrzehnte alt — biologisch bewirtschaftet, ohne Zertifizierung, weil Reynaud Werbung für seine Methoden genauso ablehnt wie Werbung für sich selbst. Die Trauben werden so spät wie möglich geerntet. Reife ist keine Option — sie ist eine Obsession.

Die Philosophie: Grenache wie Pinot Noir

Was Emmanuel Reynaud macht, ist in der südlichen Rhône radikal: Er behandelt seine Grenache wie ein Burgunder seinen Pinot Noir. Wenig Farbe, viel Intensität. Leichte Extraktion, grosse Tiefe. Keine Eiche — oder fast keine. Die Substanz kommt aus der Traube, aus dem Boden, aus der Zeit.

Das Resultat sind Weine, die bei Blindverkostungen regelmässig Burgunderspezialtsten verwirren. Zu wenig Farbe für Grenache. Zu viel Finesse für die südliche Rhône. Zu komplex für einen Vacqueyras. Und doch: das ist Grenache. Das ist Vacqueyras. Nur in Händen, die verstehen, was diese Traube wirklich kann.

Ein Wein, der schweigt — und dann explodiert

Reynaud-Weine sind jung oft verschlossen. Sie brauchen Luft, Zeit, Geduld. Aber wer wartet, wer dekantiert, wer versteht — wird mit einem Erlebnis belohnt, das in der südlichen Rhône kaum eine Parallele hat.

Der Vacqueyras 2012 ist heute dort, wo er sein soll: vollständig offen, komplex, tief, mit einem Abgang, der Minuten nach dem letzten Schluck noch da ist. Ein Wein, den man trinkt und sofort wieder kaufen möchte. Und dann merkt, dass es kaum noch welche gibt.

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