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Jean-Michel Stéphan · Rhone

Côte-Rôtie Coteaux de Bassenon 2016, Jean-Michel Stéphan

CHF 104.00

Côte-Rôtie Coteaux de Bassenon 2016, Jean-Michel Stéphan: Das Gewissen der Côte-Rôtie

Der Jahrgang 2016 in der nördlichen Rhône war ein Jahrgang der Präzision — kühlere Temperaturen, perfekte Reife, kein Übermass. Für Jean-Michel Stéphan, den unbequemen Ausnahme-Winzer der Appellation, war es der ideale Rahmen für seinen ikonischen Coteaux de Bassenon: die südlichste Parzelle seines Domaines, auf steilem Granit- und Gneis-Terroir, bestockt mit Sérines — der ursprünglichen, wilden Ur-Syrah der Côte-Rôtie — gepflanzt im Jahr 1896. Null Schwefel. Null Kompromisse. Ein Wein, der polarisiert und verzaubert zugleich.

Wie schmeckt er?

Im Glas leuchtet er in einem tiefen, opaken Rubinrot mit violettem Rand. Die Nase ist ein Erlebnis für sich: Schwarze Johannisbeere, Pflaume, Brombeere, wilde Veilchen, nasses Leder, frische Kräuter, Sandelholz und eine dunkle mineralische Tiefe aus reinem Granit. Am Gaumen vollmundig, mit lebendiger Säure und feinen, gut integrierten Tanninen. Elektrisierend frisch, kühn und komplex — ein Wein, der atmet und sich mit jeder Stunde im Glas weiterentwickelt. Mindestens 2 Stunden dekantieren empfohlen.

Trinktemperatur: 16–17 °C ·
Trinkfenster: jetzt bis 2032, optimale Phase

Perfekt für

Jäger, Köche, Abenteurer. Sein wildes, erdiges Profil ruft nach einem geschmorten Reh mit Waldpilzen und Wacholder, einem rustikalen Entrecôte vom Holzfeuer oder einem reifen Comté — Gerichten, die ebenso viel Charakter haben wie der Wein selbst.

Die Profis sind sich einig…

Stéphan gehört zu den am meisten respektierten Naturweinpionieren der nördlichen Rhône. Der 2016er Coteaux de Bassenon erhielt 91 Punkte mit konstantem Aufwärtstrend in Fachkreisen. Kenner beschreiben ihn als «électrisant» — elektrisierend — mit einer Reinheit, die in der Appellation ihresgleichen sucht. Falstaff lobte die 2016er Cuvée für ihre «mächtige Mineralität und intensive Frucht.»

  • Was ist es? Ein Naturwein-Meisterwerk aus der ältesten Parzelle der Côte-Rôtie, von einem der radikalsten Winzer der nördlichen Rhône.
  • Von wo? Côte-Rôtie, Nördliche Rhône, Frankreich (AOC).
  • Trauben? 40% Sérine (Ur-Syrah, Reben von 1896), 40% Syrah, 20% Viognier.
  • Schmeckt nach? Schwarzer Johannisbeere, Brombeere, Veilchen, Leder, Granit und wilden Kräutern.
  • Bewertung? 91/100 Falstaff / 91/100 Wine-Searcher Kritikerdurchschnitt.

Nicht vorrätig

Was
Rotweine
Woher
Rhone, Frankreich
Rebsorten
Shiraz
Format
0.75 L

Die Geschichte

Côte-Rôtie Coteaux de Bassenon 2016, Jean-Michel Stéphan

Jean-Michel Stéphan: Der stille Rebell von Tupin-et-Semons

Es gibt Winzer, die Wein machen. Und dann gibt es Jean-Michel Stéphan — einen Mann, der Wein lebt, atmet, versteht, auf eine Art und Weise, die in der Côte-Rôtie schlicht niemand sonst praktiziert.

Die Geschichte beginnt nicht mit ihm. Sie beginnt mit seinem Grossvater, einem Bauern, der am Rande seiner Gemüsegärten Reben pflanzte, um das Feld vom Nachbarn zu trennen. In einer Zeit, als die steilen Hänge der Côte-Rôtie als so unbedeutend galten, dass man sie beim Kauf von flachem Ackerland gratis dazugab. Niemand wollte diese Hänge. Niemand ausser denen, die sie liebten.

Jean-Michel entschied sich, diese Hänge ernst zu nehmen. 1991 übernahm er zwei Hektar Reben. Er lernte bei Jean-Paul Brun im Beaujolais — der Schule des natürlichen Weins, der karbonagetriebenen Frische, des Respekts vor dem lebendigen Traubenmost. Dann kehrte er zurück nach Tupin-et-Semons und tat etwas Radikales: Er machte Côte-Rôtie ohne Schwefel. Ohne Filtrierung. Ohne Kompromiss.

Das war 1994. Seine Kollegen hielten ihn für verrückt.

Damals war ein schwefelfreier Côte-Rôtie undenkbar. Die Appellation war bekannt für ihre strukturierten, tanninreichen, oft holzbetonten Weine — Weine, die man jahrelang kellernd vergessen musste. Stéphan machte das Gegenteil: lebendige, vibrierende, pulsierende Weine, die Energie aus dem Boden ziehen statt aus dem Keller.

Die Sérine: Ein Schatz vor dem Vergessen

Das Herzstück seines Weinguts ist die Sérine — die ursprüngliche, präphylloxerische Syrah der Côte-Rôtie, feiner, komplexer und flüchtiger als moderne Klone. Auf der Parzelle Bassenon wachsen Sérines, die 1896 gepflanzt wurden. 130 Jahre alte Reben. Wurzeln, die tiefer in den Granit reichen, als man sich vorstellen kann. Ertrag: minimal. Intensität: maximal.

Diese alten Reben geben keine Menge. Sie geben Charakter. Sie geben Geschichte. Sie geben einen Geschmack, den man anderswo auf der Welt nicht findet.

Bassenon: Die Parzelle am Ende der Welt

Der Coteaux de Bassenon liegt ganz im Süden der Appellation, direkt gegenüber dem Weinberg von Condrieu. Das Terroir ist komplex: alte Rhône-Alluvionen, Gletschermoränen, dunkler Granit mit Biotit, Leukogneis — ein geologisches Mosaik, das dem Wein seine unverwechselbare, fast elektrische Mineralität verleiht.

Hier ist alles Handarbeit. Auf manchen Terrassen ist kein Traktor möglich. Also zieht ein Pferd den Pflug. Oder ein Mensch geht zu Fuss. Stéphan nennt das nicht romantisch. Er nennt es notwendig.

Ein Wein ohne Maske

Kein SO2. Keine Hefe. Keine Filtration. Kein Schönen. Stéphans Weine sind radikal transparent — was die Traube gibt, kommt ins Glas. Das bedeutet: In einem grossen Jahr wie 2016 ist der Wein atemberaubend. In einem schwierigen Jahr kann er sperrig sein. Das ist keine Schwäche. Das ist Ehrlichkeit.

In einigen Kreisen gilt Jean-Michel Stéphan als der grösste Syrah-Winzer der Welt. Man kann streiten. Aber wer einmal einen Bassenon getrunken hat — wirklich getrunken, mit Zeit, mit Luft, mit Geduld — versteht, warum.

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