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Emmanuel Reynaud · Rhone

Vin de Pays de Vaucluse Rouge 2018, Domaine des Tours

CHF 130.00

Vin de Pays de Vaucluse Rouge 2018, Domaine des Tours: Das sonnigste Kapitel einer stillen Legende

2018 war im südlichen Rhône-Tal ein Jahr der Wärme, der Fülle und der aussergewöhnlichen Reife — einer der grosszügigsten Jahrgänge des Jahrzehnts. Perfekte Bedingungen während der gesamten Vegetationsperiode, ohne die extremen Hitzespitzen, die andere Jahrgänge aus dem Gleichgewicht brachten. Für Emmanuel Reynaud, der auf den kiesigen, sandreichen schwarzen Böden in Sarrians seine alten Grenache-, Merlot-, Counoise-, Cinsault- und Syrah-Reben biologisch bewirtschaftet und so spät wie möglich liest, war es ein Traumjahr — nicht für einen schweren, konzentrierten Wein, sondern für etwas Seltenes: einen vollen, warmen Wein mit dennoch burgundischer Finesse und einem Abgang, der die Sonne des Jahres perfekt konserviert. Der 2018er ist der opulenteste der drei Jahrgänge im Angebot — und der zugänglichste seiner Generation.

Wie schmeckt er?

Im Glas ein etwas tieferes Rubinrot als üblich für das Haus — die Wärme des Jahrgangs ist sofort sichtbar. Die Nase ist verführerisch reich: schwarze Kirsche, reife Pflaume, Brombeere, Granatapfel, Veilchen, getrocknete Kräuter der Provence, ein zarter Hauch von Kakao und feuchtem Tabak. Am Gaumen vollmundig, seidig und karessierend — die Tannine sind reif und rund, die Säure frisch genug, um die Fülle zu tragen. Der Abgang ist lang, warm und aromatisch anhaltend. Kein Wein, der wartet oder kämpft — er gibt sich vollständig, sofort, grosszügig. Mindestens 45 Minuten Dekantieren empfohlen.

Trinktemperatur: 16–17 °C ·
Trinkfenster: jetzt bis 2026, Höhepunkt heute

Perfekt für

Ein festliches Herbst- oder Winteressen. Die opulente Wärme des 2018ers ruft nach einem geschmorten Rinderbacken mit Oliven und Orangenzeste, einem Wildschweinragout mit Waldpilzen, einer gegrillten Lammkeule oder einem kräftigen, gereiften Käse wie Comté oder Tomme de Savoie.

Die Profis sind sich einig…

Der Domaine des Tours Vaucluse Rouge 2018 wurde von Wine-Searcher-Kritikern mit 91 Punkten bewertet — identisch mit dem eleganten 2016, aber aus einem völlig anderen Winkel erreicht. Kenner bezeichnen den 2018er als den «perfumiertesten und üppigsten» der jüngsten Jahrgänge — ein Wein, der die volle Wärme des Südens zeigt, ohne je die Eleganz zu verlieren, die das Markenzeichen von Emmanuel Reynaud ist.

2 vorrätig

Was
Rotweine
Woher
Rhone, Frankreich
Rebsorten
Cinsault, Grenache, Merlot, Shiraz
Format
0.75 L

Die Geschichte

Vin de Pays de Vaucluse Rouge 2018, Domaine des Tours

Zeit als Zutat: Warum Reynaud wartet, wenn alle anderen drängen

In der modernen Weinwelt ist Zeit Geld. Wein, der länger im Keller des Winzers liegt, ist Wein, der nicht verkauft wird, nicht bezahlt wird, nicht existiert. Die wirtschaftliche Logik ist unerbittlich: Wein wird so schnell wie möglich auf den Markt gebracht, sobald das Gesetz es erlaubt.

Emmanuel Reynaud interessiert das wenig.

Die Weine von Château des Tours und Domaine des Tours werden routinemässig erst fast ein Jahrzehnt nach der Ernte freigegeben. Nicht weil die Lagerung teuer ist. Nicht weil der Markt es verlangt. Sondern weil Reynaud findet, dass der Wein noch nicht bereit ist. Und weil er niemanden fragt.

Der Zähler des Winzers ist nicht der Zähler des Marktes

Als der 2018er Domaine des Tours erschien, fragte niemand Reynaud, wann er bereit sei. Er entschied es selbst — still, diskret, ohne Ankündigung. Der Wein verliess den Keller, als er verliess — nicht einen Tag früher. Das ist keine Attitüde. Das ist eine Überzeugung, die tief in der Geschichte des Gutes verwurzelt ist.

Die Familie Reynaud kaufte die 40 Hektar in Sarrians im Jahr 1935. Das alte Maison — flankiert von zwei markanten Türmen, daher «Des Tours» — hat seitdem vier Generationen beherbergt. Emmanuel übernahm von seinem Vater Bernard, dem Bruder des legendären Jacques. Er wuchs auf diesen Weinbergen auf, kannte jeden Stein, jede Rebe, jede Ecke des Kellers. Geduld war keine Tugend, die er lernen musste. Sie war einfach die Luft, die er atmete.

Ohne Temperaturkontrolle. Ohne Eile. Ohne Kompromiss.

Die Weine fermentieren spontan mit natürlichen Hefen — oft über ein Jahr lang, langsam und kühl in den unterirdischen Betontanks. Kein Temperaturmanagement. Kein Druck. Der CO2-Schleier der Fermentation schützt den Wein natürlich. Dann kommen die alten Fässer, verschiedene Grössen, kein neues Holz für die roten Grundweine. Kein Schönen. Keine Filtration.

Das Resultat ist jedes Mal das gleiche Wunder: ein Wein, der aussieht wie wenig und schmeckt wie viel. Der seine Herkunft verrät, aber nicht seine Rezeptur. Der im Glas lebt — und nicht im Marketingmaterial.

Der 2018er ist das perfekte Beispiel für das, was passiert, wenn ein aussergewöhnliches Jahr auf einen aussergewöhnlichen Winzer trifft, der die Zeit nicht als Feind betrachtet, sondern als letzten Zutat.

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