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Emmanuel Reynaud · Rhone

Vin de Pays de Vaucluse Rouge 2016, Domaine des Tours

CHF 130.00

Vin de Pays de Vaucluse Rouge 2016, Domaine des Tours: Das grösste Geheimnis eines bescheidenen Labels

Emmanuel Reynaud — Hüter von Château Rayas, dem heiligsten Weingut der südlichen Rhône — macht unter dem Label Domaine des Tours einen Wein, der alles auf den Kopf stellt, was man über die Weingeographie Frankreichs zu wissen glaubt. Ein einfaches «Vin de Pays de Vaucluse» — kein Appellation, keine Prestige-Bezeichnung — mit einer Rebsorte, die im Rhône-Tal niemand erwartet: Merlot, umhüllt von Grenache, Counoise, Cinsault und Syrah. Der Jahrgang 2016 war kühl und elegant, mit perfekter Fruchtreife ohne Überschwang — genau das, was Reynauds stille Philosophie braucht. Das Resultat ist ein Wein, der im Blindtest regelmässig für einen Spätburgunder oder einen grossen Pomerol gehalten wird. Und der zu einem Preis kommt, der angesichts seiner Qualität und Herkunft schlicht skandalös ist.

Wie schmeckt er?

Im Glas ein helles, transparentes Rubinrot — der unverwechselbare Reynaud-Fingerabdruck. Die Nase ist betörend: reife rote Früchte, Sauerkirsche, Granatapfel, Veilchen, Sandelholz, Garrigue und ein feiner Hauch von feuchtem Tabak und Gewürzen. Am Gaumen seidig, karessierend, mittelkräftig mit einer bemerkenswert frischen Säure und fein polierten Tanninen. Keine Schwere, keine Extraktion — pure, klare Frucht getragen von Finesse. Der Abgang ist lang, aromatisch und mineral. Ein Wein, der sich Stunde um Stunde im Glas entfaltet. Mindestens eine Stunde dekantieren empfohlen.

Trinktemperatur: 16–17 °C ·
Trinkfenster: jetzt bis 2026, optimale Phase

Perfekt für

Ein entspanntes, aber elegantes Abendessen. Sein seidiges, fruchtbetontes Profil harmoniert wunderbar mit einem Entrecôte vom Holzfeuer, einem Lamm-Tagine mit Kräutern, gebratener Ente mit Kirschen, oder einem reifen, cremigen Ziegenkäse wie Banon.

Die Profis sind sich einig…

Der Domaine des Tours Vaucluse Rouge 2016 wurde von Wine-Searcher-Kritikern mit 91 Punkten bewertet — bemerkenswert für einen einfachen Landwein. James Suckling schwärmt über spätere Jahrgänge des gleichen Weins: er beschrieb die Qualität als «seidig und karessierend, mit Kirsche, Granatapfel und wilden Kräutern — lebendig und pur, mit einer Reinheit, die im Abgang explodiert.» Kenner bezeichnen ihn als einen der besten Werte im gesamten Rhône-Tal — das Einstiegsticket in die Welt von Rayas.

  • Was ist es? Der faszinierendste Landwein Frankreichs — ein Vin de Pays aus der Hand des Schöpfers von Château Rayas, der wie ein grosser Burgunder trinkt.
  • Von wo? IGP Vaucluse, Südliche Rhône, Frankreich.
  • Trauben? Grenache, Merlot, Counoise, Cinsault, Syrah — alte Reben, biologisch bewirtschaftet.
  • Schmeckt nach? Sauerkirsche, Granatapfel, Veilchen, Sandelholz, Garrigue und feuchtem Tabak.
  • Bewertung? 91/100 Wine-Searcher Kritikerdurchschnitt.

3 vorrätig

Was
Rotweine
Woher
Rhone, Frankreich
Rebsorten
Cinsault, Grenache, Merlot, Shiraz
Format
0.75 L

Die Geschichte

Vin de Pays de Vaucluse Rouge 2016, Domaine des Tours

Domaine des Tours: Der Wein ohne Titel — und ohne Ego

In der Welt des Weins zählen Namen. Appellationen. Classified Growths. Premier Crus. Grand Crus. Die Hierarchie ist klar, die Regeln sind geschrieben, die Preise folgen artig.

Und dann macht Emmanuel Reynaud einen Vin de Pays de Vaucluse — einen Landwein, die bescheidenste Kategorie im französischen Weinsystem — der diese Hierarchie nicht bloss ignoriert, sondern lachend unterläuft.

Warum Domaine des Tours kein Appellation hat — und es nicht braucht

Domaine des Tours ist ein separates Projekt innerhalb von Château des Tours. Auf denselben 40 Hektar in Sarrians, mit denselben alten Reben, denselben biologischen Methoden, demselben Winzer. Der Unterschied liegt in der Assemblage: Der Domaine des Tours Rouge beinhaltet Merlot — eine Rebsorte, die in keiner Rhône-Appellation erlaubt ist. Also fällt der Wein automatisch auf die Kategorie Vin de Pays zurück. Kein Appellation. Kein Prestige-Label. Kein Problem.

Reynaud hätte den Merlot weglassen können. Er hätte einen sauberen Vacqueyras oder Côtes du Rhône produzieren können. Er tat es nicht, weil er glaubt, dass diese Assemblage — mit dem Merlot als strukturgebendem Element, eingebettet in die aromatische Komplexität von Grenache, Counoise und Cinsault — den interessantesten Wein ergibt. Punkt.

Die Methode: Ganztraubenvergärung, Beton, Zeit

Die Weine von Château des Tours und Domaine des Tours durchlaufen eine Ganztraubenvergärung mit natürlichen Hefen in unterirdischen Betontanks, gefolgt von einer Reifung in einer Kombination aus alten Eichenfässern und Tanks. Kein Schönen. Keine Filtration. Was die Traube gibt, kommt ins Glas.

Der Merlot — dieser Fremdkörper im Rhône-Tal — wird zwölf Monate in Barriques mit 30% Neuholz ausgebaut. Nicht um Holzaromen zu geben, sondern um Struktur und Reife zu integrieren. Wenn es funktioniert, ist das Ergebnis etwas, das in der Region kein anderer Produzent macht: ein Wein von burgundischer Finesse aus provenzalischer Sonne.

Das Paradox: Ein «kleiner» Wein von ungewöhnlicher Grösse

In vielen Jahrgängen schwärmen Kenner, die den Domaine des Tours blind verkosten, für einen grossen Spätburgunder aus der Côte de Nuits. Oder für einen Pomerol. Niemand — wirklich niemand — tippt auf einen Landwein aus dem Vaucluse.

Das ist das stille Genie von Emmanuel Reynaud. Er braucht kein Label, keine Appellation, keine Punkte, um zu zeigen, was er kann. Der Wein spricht für sich — leise, klar, unbestreitbar.

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